Vorstellung des Nachlasskonvoluts Karl Schwesigs
mit Eröffnung der überarbeiteten Dauerausstellung

Präsentation der Erwerbung des Nachlasskonvoluts Karl Schwesigs von der Bürgerstiftung für verfolgte Künste mit Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder
Mit über 500 Werken erwirbt die Bürgerstiftung für verfolgte Künste für das Museum einen bedeutenden Teil des Nachlasses des Künstlers Karl Schwesig (geboren 1898 in Gelsenkirchen-Bismarck, gestorben 1955 in Düsseldorf). In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Schwesigs Kunst als „entartet“ diffamiert und aus deutschen Museen entfernt. Schwesig wurde 1933 von der SA verhaftet als er Flugblätter gegen die Lügen des Reichstagsbrandes verteilte. Im berüchtigten Schlegelkeller in Düsseldorf wurde er verhört und gefoltert.
Nach seiner Flucht schuf er 1935/36 in Belgien eine Bildergeschichte mit 48 Tuschezeichnungen über die Grausamkeiten der SA, die leider nach einer Ausstellung in Moskau verschollen ging. 1983 konnte der Zyklus aufgrund von aufgefundenen Fotos der Zeichnungen reproduziert werden. Die expressiven Bilder sind für uns heute Dokumentation und Anklage. Das einzig erhaltene Exemplar befindet sich jetzt zusammen mit Zeichnungen, Druckgrafik und Ölbildern im Museum Zentrum für verfolgte Künste. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf.

Präsentation der überarbeiteten Dauerausstellung
Das Team des Zentrums für verfolgte Künste präsentiert in Zusammenhang mit der Erwerbung des Nachlasskonvoluts von Karl Schwesig die Neugestaltung der Dauerausstellung. Im Zuge der Überarbeitung fand auch Karl Schwesigs Werk bereits seinen Platz.
Der Pfad. Begegnungen mit verfolgten Künstler:innen
In einem gemeinsamen Projekt mit dem Humboldt-Gymnasium Solingen konnten die 9. Klassen im Rahmen einer Vorhabenwoche die Sammlung der Bürgerstiftung kennenlernen. Zuvor lasen sie im Deutschunterricht den historischen Jugendroman „Der Pfad“ von Rüdiger Bertram. Der Protagonist des Romans ist ein 11-jähriger Junge namens Rolf, der wie viele Künstler:innen der Sammlung , aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen musste. So entstand die Idee, diesen Protagonisten auf seiner Reise, seinem Pfad, auf die Künstler:innen der Sammlung treffen zu lassen. Die Schüler:innen beschäftigten sich dafür intensiv mit den Biografien der Künstler:innen und entwickelten kreative Texte. Diese Texte wurden von den Schüler:innen selbst vertont und können nun in der Dauerausstellung gehört werden.
Material
Pressespiegel
Aktuelles

Wechselausstellung
:
Lebenslinien. Über Grenzen hinweg
Ein Kunstprojekt von Hanna Melnykova
Im Sommer 2025 wanderte die Fotokünstlerin Hanna Melnykova von Deutschland in die Ukraine. Das Museum Zentrum für verfolgte Künste zeigt die fotografische Dokumentation ihres performativen Spaziergangs.

Führung
:
Öffentliche Sonntagsführung zu „Karl Kunz. Fantastische Körper“
Wiederentdeckung eines vergessenen Künstlers
Am Sonntag um 13 Uhr haben Sie Gelegenheit mit unserer Kunstvermittlerin die Ausstellung „Karl Kunz. Fantastische Körper“ im Zentrum für verfolgte Künste kennenzulernen.

Finissage
:
„Dem Sterbenden, der glücklich sein will, dem Unglücklichen, der leben will.“
Vortrag von Dr. Thorsten Schneider über Körper in der Kunst von Karl Kunz
Zur Finissage der Ausstellung hält Dr. Thorsten Schneider einen Vortrag „Dem Sterbenden, der glücklich sein will, dem Unglücklichen, der leben will. Körper in der Kunst von Karl Kunz“.

